Pressestimmen

Versorgungsmanagement in Zeiten einer „Krise“ – Eine kritische Betrachtung

Plötzlich und unerwartet ist eine existenz- und lebensbedrohliche Krise über uns hereingebrochen. Eine Situation, zu der nicht gleich „Schuldige“ an der Krise benannt werden können. Der „unsichtbare“ Gegner und die zunächst einmal unabdingbaren Beschränkungen der individuellen Freiheit führten schnell dahin, dass in der bundesdeutschen Gesellschaft die erkennbare Solidarität zu anderen Mitmenschen, in Teilen der Gesellschaft, deutlich sank.

Verschwörungstheoretiker, Impfgegner, Rechtsradikale, Freiheitsverteidiger, selbsternannte „Hüter“ des Grundgesetzes und viele andere Gruppenteilnehmer demonstrierten und stellten nach außen – wie eine homogene Gruppe wirkend – Forderungen und Vergleiche auf, die teilweise deutlich den Gedankengütern der Jahre 1929 bis 1945 entliehen waren.

Natürlich kann und darf jeder in Deutschland demonstrieren und seine Meinung sagen. Problematisch wird es nur dann, wenn Forderungen für die eine Seite auftreten versus Forderungen einer anderen Seite und am Ende zu deren Schaden, im extrem zum Tode führen. Wer auf das Recht der freien Entfaltung seiner Persönlichkeit nach Art. 2 Abs. 1 GG pocht und deswegen auf die Straße geht, hat wohl im zweiten Halbsatz überlesen, dass dies nur möglich ist, wenn dabei nicht die die Rechte anderer verletzt werden. Das heißt auch ganz klar, das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit wie in Art. 2 Abs. 2 GG.

Nach derzeitigem Wissen und solange weder wirksame Therapien noch Impfungen zur Verfügung stehen, geht es darum, die weitere Verbreitung zu stoppen. Dies geht nur mit Freiheitsbeschränkungen aufgrund eines Gesetzes wie zum Beispiel mit den aktuellen Quarantäneregelungen und der Maskenpflicht.
Das tückische an dem Virus ist, dass wir auch ohne Symptome zu zeigen, andere infizieren können und auch nach Genesung weiterhin Keimträger sind. Dies scheint genau bei den Demonstranten genauso wie bei all denen, die ihre Maske maximal über den Mund ziehen und ihre Nase prächtig frei lassen, noch nicht angekommen zu sein.
Diese Entweder-Oder-Philosophie, also Freiheit versus körperliche Unversehrtheit, lässt unser Grundgesetz nicht zu. Da geht es einzelnen Politikern und Bürgern auf der Straße mehr um die möglichst schnelle Rekonvaleszenz der leidenden Wirtschaft, statt sich um Randgruppen zu kümmern, die, die ja doch bald sterben werden.

Solche Abwägungen sind mit unserem Grundgesetz nicht möglich. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und verbietet eine monetäre Gleichstellung.

Die Verantwortlichen – vor allem die Kanzlerin und der Bundesgesundheitsminister – haben es sträflich vernachlässigt, die große Masse der deutschen Bevölkerung „mitzunehmen“ bei ihren Erkenntnissen und daraus abgeleiteten Entscheidungen.
Sie haben es versäumt, eindeutig klarzumachen, dass zum Anfang der Krise niemand über das nötige Fachwissen verfügte, um Verläufe der Krankheit, deren Übertragung, Wirkungsweisen etc. vorhersagen zu können.

Die Bürger hätten herangeführt werden sollen, oben genanntes zu verstehen, weil in ihrer Realität und dem bisherigen Verständnis von Expertenwissen so etwas nicht vorkommt.
Dem Erkenntnisgewinn folgend, immer wieder neue Darstellungen und daraus wiederum abgeleitet Verhaltensweisen zu kreieren, ist ein neuer Bestandteil eben dieser „Krise“.

Man hätte eindeutig und rascher klarmachen müssen, wieso es an einem Tag heißt „Masken unnötig“ und drei Tage später „Masken für Jeden“.
Was bis heute fehlt, ist die transparente Darstellung, dass es einerseits im Rahmen der Therapieansätze zu Covid-19 um die Behandlung der akuten Erkrankung geht sowie um das Vermeiden zu sterben und andererseits um die zwingende Behandlung der Nebeneffekte und möglichen Spätfolgen. Letztgenannte Nebeneffekte und Spätfolgen haben durchaus das Potential alle davon betroffene Bürger chronifizieren zu können.

Dieses Ausmaß ist vielen Bürgern nicht bewusst und daher, der wieder bewegte Grippevergleich, völlig unsinnig.

Auch klargeworden sein dürfte, dass es nicht im Bürgerinteresse liegen kann, alles „global going“ zu organisieren, weil die Nichtverfügbarkeit in einer Krisensituation und die dauernde Abhängigkeit, durch bewusst politisch gewollte und der Globalisierung geschuldete Entscheidungen in der Vergangenheit, uns unerträglich unfrei macht.

Bis heute sind nicht ausreichend erforderliche und ordentliche FFP2-Masken, Einmalhandschuhe, Schutzkleidung und ausreichend Desinfektionsmittel in Deutschland vorhanden. Wir sind nicht in der Lage, die systemrelevanten „Heldinnen und Helden“ ordentlich zu schützen, geschweige denn die große Masse der Bürger.

So wurden nach Ende des kalten Krieges die bis dato vorgehaltenen Sanitätsmittellager zur Versorgung der Hilfskrankenhäuser aufgelöst. In Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft 2006 wurden Sanitätsmaterialpakete („Basispakete“) an den Spielstätten, die auch Infektionsschutzkomponenten wie z.B. 500 Einmalmasken beinhalten, angelegt. Aktuell werden 16 Pakete in fünf Bundesländern vorgehalten. Diese Menge reicht natürlich vorne und hinten nicht. Darüber hinaus arbeiten Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und private Krankentransportunternehmer gewinnorientiert für Eigner und Aktionäre. Da ist eingelagertes Material totes Kapital.

Auch die Bettenpanik spielte in die „Karten“ derer, die noch immer mehr Betten fordern, anstatt mal ernsthaft das Gesetz zu achten und „Ambulant vor Stationär“ konsequent umzusetzen.
Der Beschluss „Betten pauschal“ bei Freihaltung zu vergüten, ist der Lobbyarbeit geschuldet und eine drastische Verschwendung von Steuermitteln. Viele Krankenhäuser taktieren geschickt, um maximale Finanzmittel an Ausgleichs- und Unterstützungszahlungen im Rahmen von Corona zu erhalten und vermeiden weiterhin elektive Eingriffe. Dies gefährdet und verlängert die Leidensdauer von kranken Bürgern und der Rückstau führt zu einer Bugwelle, die hoffentlich nicht dann aufläuft, wenn die zweite Welle Corona über unser Land zieht.
Gereicht hätte es, das zu vergüten, was wirklich nachvollziehbar und nachgewiesen ausgefallen ist, aber unter Saldierung der gleichzeitig vermiedenen Aufwendungen. Wer an einer solchen Situation auch noch verdienen will, sollte im deutschen Gesundheitswesen nicht geduldet sein. Daseinsfürsorge ist an erster Stelle staatliche Pflicht, dann persönliches Verantwortungsbewusstsein und an keiner Stelle Gewinnoptimierung.

Die Politik muss weiterhin lernen, im Gesundheitswesen viel mehr bürgernahe Kommunikation zu wahren. Eine Kommunikation, die Bürger wirklich informiert und sie dadurch verselbständigt und mitentscheidungs- und mitsprachefähig macht.
Nur der mündige und informierte Bürger verhält sich so, wie wir es dann in der Krise von ihm erwarten.
In diesem Sinne werden wir als DGbV verstärkt weiterarbeiten und versuchen, die politischen „Macher“ zu beeinflussen.

Bleiben Sie gesund!

Berlin, 26.05.2020

Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V.

Versorgungsmanagement in Zeiten einer „Krise“ – Eine kritische Betrachtung (PDF)

Angesichts der Corona-Krise und des damit einher gehenden Leids fällt es schwer, an dieser Stelle, einen sinnvollen Beitrag zu schreiben. Die Corona-Krise zeigt uns die Schwachstellen in unserem an sich vorbildlichen Sozialstaat und spiegelt im bisherigen Stadium die Bereitschaft vieler Menschen, einen solidarischen Beitrag für ihre Mitmenschen zu leisten. In lokalen Gruppen wird über WhatsApp und andere Medien private Unterstützung zu Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Selbstschutz von Risikogruppen organisiert. Ehemalige Pflegekräfte und Ärzte melden sich freiwillig für den zu erwartenden Bedarf an Fachkräften, wenn die Folgen der ständig wachsenden Infektionszahlen das bisherige System überfordern werden. Dann werden auch die Fachkräfte krankheitsbedingt ausfallen und weniger Geübte zeitweise an ihre Stelle treten müssen.

Bitte vertrauen Sie nur seriösen Nachrichtenquellen. Hierzu empfehlen wir ihnen folgende Internetquellen:

                   Bundesministerium für Gesundheit       Weiter


          Robert Koch Institut    Weiter


         WHO      Weiter


            Bundesregierung    Weiter


            Hintergrundinformationen     Weiter


              Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung    Weiter


Bürgernähe wird in dieser Zeit zu einem wichtigen Charaktermerkmal unserer Gesellschaft. Die Dankbarkeitsbekundungen für Mitarbeiter im Gesundheitssystem, wie auch die privaten Initiativen zur Herstellung von Atemschutzmasken für andere zeigen die Bereitschaft vieler Menschen nicht das System zu beschimpfen, sondern zu würdigen und in dieser ungewöhnlichen Zeit selbst aktiv zu werden.

Menschen, die einen schweren Verlauf der Krankheit erleiden, werden lange Zeit brauchen, um zu genesen. Auch diese Genesungszeiten werden unserem Gesundheitssystem alles abverlangen und die Haltbarkeit des bisherigen Niveaus unserer Gesundheitsversorgung infrage stellen. Es muss deshalb an alle Menschen appelliert werden, die verbleibende Zeit für organisatorische Vorbereitungen von Provisorien und Alternativen für den Mangel an Personal, an Material und an menschlicher Zuwendung zu treffen. Denken Sie bitte über ihren eigenen Wirkkreis und ihre möglichen Kompetenzen nach, um sich selbst auf das Maß ihrer Bürgernähe und ihre möglichen Aufgaben zu hinterfragen und den ihnen eigenen Beitrag in Verantwortung für ihre Mitmenschen und unsere Gesellschaft leisten zu können.

Es ist noch zu früh, Erwartungen an die Zeit nach Corona zu formulieren. Wir wünschen allen Menschen, dass sie diese Krankheit gut überstehen, die nötige Hilfe und Unterstützung von ihren Mitmenschen erfahren, sowie die Kraft Hilfe zu leisten, soweit es jedem Einzelnen möglich ist.

Bleiben Sie gesund!

Berlin, 01.04.2020

Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V.

Bürgernähe zu Zeiten der Corona Krise (PDF)

Die Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement unterstützt die Ziele des Innovationsfonds Projektes „RubiN“ – Regional ununterbrochen betreut im Netz

Aus der Geschäftsstelle des DGbV e.V. verlautet, dass der DGbV die Ziele des seit dem 01.07.2018 laufenden Innovationsfonds Projektes „RubiN“ unterstützt.

RubiN steht für: Regional ununterbrochen betreut im Netz.

Hierbei werden Geriatrische Patienten von Versorgungskoordinatorinnen begleitet. Diese sind bei Ärztenetzen angesiedelt und werden zentral koordiniert.

Als Ziel ist neben der positiven Evaluation auch formuliert, dass die wichtige Arbeit, die im Rahmen des Care- und Casemanagements geleistet wird, auch über diese Laufzeit hinaus eine Zukunft haben soll. Hierzu wäre eine schnellstmögliche Überführung von RubiN in die Regelversorgung wünschenswert.

Allen derzeit gleichförmig laufenden Projekte würde dies Rückenwind geben und die mit den Projekten verbundenen Netzwerke fördern und motivieren.

Uwe Imkamp, Präsident der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. sagt dazu: „Die Chance, die zu erwartenden Belastungen durch den sich bereits jetzt abzeichnenden Fachkräftemangel im Gesundheitswesen abfedern zu können, liegt in der Vernetzung der Sektionen und der Akteure, in der Stärkung der Gesundheitskompetenz des einzelnen Bürgers und in der Begleitung des Menschen im Sinne des individuellen, gesundheitsbezogenen Fallmanagements und Coachings.“

All das sind Ideen und Ziele, die seitens des DGbV e.V. seit langem verfolgt und gefordert werden.

Weiteres finden Sie dazu unter:
https://www.rubin-netzwerk.de
https://www.rubin-netzwerk.de/positionspapier/

Berlin, 18.02.2020

Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V.

DGbV unterstützt RubiN (PDF)

Neujustierung des deutschen Gesundheitswesens gefordert

Experten wünschen für Patienten mehr Souveränität und Information

BERLIN 16.10.2013. In den kommenden zehn Jahren wird die aktive und mitverantwortliche Einbindung der Bürger in die Gesundheitsversorgung zu einer tragenden Säule entwickeln. Das sollte auch die neue Bundesregierung berücksichtigen. Darauf wies der Präsident der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement, DGbV e.V., Dr. John N. Weatherly, heute in Berlin hin. Gründe dafür seien die absehbare Zunahme chronischer verhaltens- und verhältnis¬abhängiger Volkskrankheiten, eine zu erwartende demografisch bedingte Verknappung der Ressourcen (personell und finanziell) sowie der Wunsch vieler Versicherter und Patienten nach mehr Souveränität und Information.

Die Entwicklung zu einem insofern mehr bürgerorientierten und von Beitragszahlern mitgetragenen Gesundheitswesen biete die Chance, weiterhin individuelle und kollektive Gesundheitsziele auf einem hohen Versorgungsniveau zu erreichen und finanzieren zu können. Erforderlich sei dazu neben der konsequenten Ausrichtung der Infrastruktur am Bedarf und den Bedürfnissen der Bürger eine Veränderung der Sichtweisen aller Beteiligten im Sinne einer bürgerorientierten Haltung. Die Beitragszahler der Krankenkassen sollten darüber hinaus in ihrem Recht unterstützt werden, über grundlegende Tatsachen zur Erhaltung ihrer Gesundheit oder über ihre Krankheit informiert zu werden um damit zum eigenverantwortlichen gesundheitlichen Handeln und zur Beteiligung an sie betreffenden Entscheidungen auf allen Systemebenen befähigt zu werden.

Im Sinne dieser Ziele fordere die DGbV deshalb

1. Einführung des Unterrichtsfaches Gesundheitskunde in den Schulen
2. Vergabe von öffentlichen Fördermitteln nur an bürgerorientierte Gesundheitsprojekte
3. Recht der Bürger auf valide Gesundheitsinformationen
4. Recht auf Förderung der Gesundheitskompetenz für chronisch Kranke
5. Schulung der Gesundheitsberufe in Bürgerorientierung

siehe auch – 5 Forderungen

Ein Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen ist in der neuen Legislaturperiode unabdingbar, betonte Dr. John N. Weatherly.

Gesundheitspolitisches Tauziehen gefährdet innovativen Präventionsansatz

Ausgaben und Produktionsausfälle von bis zu 75 Mrd. Euro könnten vermieden werden.

Berlin, 12.9.2013 Die bisherigen jahrelangen Anläufe zu einem Präventionsgesetz sind ein gesundheitspolitisches Trauerspiel. Scheitert das Gesetz im Bundesrat, auf das man seit rund zehn Jahren angesichts der zunehmenden Zahl chronischer und verhaltensabhängiger Krankheiten vergeblich wartet, würde damit auch die darin formulierte und dringend notwendige “Förderung der gesundheitlichen Eigenkompetenz und Eigenverantwortung der Versicherten” dem Ränkespiel der Parteien zum Opfer fallen.

Ein solcher gesetzlicher Anspruch auf Förderung von Patientenkompetenz wird schon seit Jahren von der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. (DGbV), Berlin, gefordert, so Dr. med. Klaus Meyer-Lutterloh, Vizepräsident der Gesellschaft. Nicht alle Versicherten und Patienten können ohne Hilfestellung wie zum Beispiel Coaching dem Anspruch des bestehenden Gesetzes gerecht werden. Mitverantwortung für ihre Gesundheit durch entsprechende Lebensführung, Mitwirkung an Vorsorge, Krankenbehandlung und Rehabilitation übernimmt nur ein Teil der Patienten. Rund die Hälfte der chronisch Kranken verhält sich zurzeit nicht therapiegerecht.

Die Förderung der Therapietreue von Patienten mit chronischen Erkrankungen würde helfen, die Ausgaben und Produktionsausfälle in Höhe von insgesamt 38 bis 75 Milliarden Euro in Deutschland pro Jahr zu vermeiden.

Für die Wirtschaft ließen sich mit einer optimierten Therapiebegleitung der Patienten bis zu 20 Milliarden Euro unnötige Kosten einsparen, wie eine 2012 von Booz und Bertelsmann veröffentlichte Studie belegt.

Gleichwohl tragen die Regelungen zur Prävention und Gesundheitsförderung im vorliegenden Gesetzentwurf wegen der Beschränkung auf die gesetzliche Krankenversicherung der Komplexität des Themas als gesamtgesellschaftliche Aufgabe keinesfalls ausreichend Rechnung, räumte Meyer-Lutterloh ein. Um diesem Aspekt gerecht zu werden, bedarf das Gesetz dringend einer intensiven Überarbeitung.

Als völlig widersinnig bezeichnete Meyer-Lutterloh zudem die nachträgliche Verquickung des Präventionsgesetzes mit Antikorruptionsparagraphen. Damit würde der ursprüngliche Zweck des Gesetzes verwässert, Etikettenschwindel betrieben und ein Scheitern provoziert.

“Die Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. (DGbV) begleitet und entwickelt Konzepte für Verbesserungen des Versorgungsmanagements im deutschen Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der Komplexität des gesamten Systems und der wichtigen Rolle der Bürger, also der Versicherten und Patienten. Die DGbV ist unabhängig, fachübergreifend und gemeinnützig.”

Patientencoaching als EBM-Leistung kann Patientensicherheit gefährden

Berlin, 18. März 2013. Befremdet zeigte sich der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. (DGbV), Dr. Klaus Meyer-Lutterloh, über einen über die Presse bekannt gewordenen Vorschlag aus den Reihen des Bundesverbandes Managed Care (BMC), Patientencoaching mit EBM-Ziffern zu vergüten.

Ein solcher Vorschlag wird dem hohen Qualitätsanspruch, der an die Methode des Patientencoaching gestellt werden muss, nicht gerecht. Es handelt sich dabei um eine immer noch unterschätzte Leistung mit erheblichem Potenzial zur Effizienzsteigerung im Behandlungsmanagement.

Mit ein wenig Fantasie komme man schnell zu dem Ergebnis, welche Begehrlichkeiten eine solche kleine “EBM-Lösung” hervorrufen würde. Denn so viele qualifizierte Patientencoaches, wie nötig wären, gäbe es noch gar nicht. Zu befürchten wäre dann nämlich ein plötzliches Heer von “Patientencoaches light”, die in Schnellkursen unzureichend “ausgebildet” würden, schrieb Dr. Meyer-Lutterloh dem BMC als dessen Ehrenvorsitzender ins Stammbuch.

Ein Versuch, Patientencoaching mit EBM-Häppchen abspeisen zu wollen, würde den Todesstoß für ein qualitätsgesichertes Patientencoaching bedeuten. Die Folgen für Patienten und auch Krankenkassen – vorausgesetzt, sie würden sich auf ein solches Verfahren überhaupt einlassen – wären verheerend. Denn die erwarteten medizinischen wie auch ökonomischen Ergebnisse würden aller Wahrscheinlichkeit nach ausbleiben. Und die Patientensicherheit bliebe auf der Strecke.

“Die Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. (DGbV) begleitet und entwickelt Konzepte für Verbesserungen des Versorgungsmanagements im deutschen Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der Komplexität des gesamten Systems und der wichtigen Rolle der Bürger, also der Versicherten und Patienten. Die DGbV ist unabhängig, fachübergreifend und gemeinnützig.”

Exklusiv-Ausschreibungen von Grippeimpfstoffen können Risiko darstellen

Berlin, 21.03.2013 Exklusiv-Ausschreibungen von Grippeimpfstoffen durch Krankenkassen für gesetzlich Versicherte lassen Zweifel an der Sinnhaftigkeit solcher Verträge aufkommen, wenn Aspekte einer bürger- und versichertengerechten Versorgungsqualität dabei gegenüber monetären Aspekten in den Hintergrund treten, so Dr. Klaus Meyer-Lutterloh von der DGbV e.V. heute in Berlin.

Ärzte und Apothekerverbände berichteten über Lieferengpässe in der Grippesaison 2012/2013 als Folge von solchen Exklusivverträgen. Die Impfraten gingen beispielsweise in Schleswig-Holstein um ein Viertel zurück. In Bayern erkrankten doppelt so viele Menschen an Influenza wie im benachbarten Baden-Württemberg, wo es keine Ausschreibungen gegeben hat.

Verunsicherung von Ärzten, Apothekern und Patienten seien keine guten Voraussetzungen für die Erreichung von Impfzielen. Die Vertragspartner derartiger Ausschreibungen sollten die Mahnungen medizinischer Experten ernst nehmen und einseitige Entscheidungen für bestimmte Grippe-Impfstoffe aus rein finanziellen Gründen vermeiden. Die Devise müsse sein, nicht an Impfungen zu sparen, sondern durch Impfungen Krankheitsfälle und unnötige Kosten zu vermeiden.

Wirksamkeit und Patientensicherheit – das heißt gelebte konsequente Bürger- und Patientenorientierung – müssen Vorrang vor zu kurz gedachter Kostendämpfung haben. Dieser Grundsatz gehöre zu den Grundüberzeugungen der DGbV e.V.

Patientenrechtegesetz ohne Förderung von Patientenkompetenz

Vieles bleibt blanke Rhetorik

Berlin, 6. Dezember 2012. Ernüchtert zeigte sich die Deutschen Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement (DGbV) über das kürzlich vom Bundestag abgesegnete Patientenrechtegesetz. Es sei erstaunlich, dass die Bundesregierung nahezu zwei Jahre gebraucht hat, um die bisher verstreuten Regelungen zu Patientenrechten an einem zusammenhängenden Platz im Bürgerlichen Gesetzbuch unterzubringen und dabei einige Neuerungen im BGB und im Sozialgesetzbuch V einzuführen. Dass jetzt einzelne Ansprüche klarer definiert wurden, sei nur recht und billig. Unklar und auslegungsbedürftig bliebe dennoch beispielsweise die Grenze zwischen “einfachen” und “groben” Behandlungsfehlern. “Ob und wie durch das Gesetz die Versorgungsqualität und die Arzt-Patientenbeziehung verbessert werden, ist keinesfalls sicher. Insofern ist das Patientenrechtegesetz deutlich hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben”, so der DGbV-Präsident John Weatherly.

Es fehle dem Gesetz ein Fundament aus eindeutigen, nachvollziehbaren und praxisbezogenen Grundsätzen. Solange die Zusammenhänge zwischen Recht haben, Recht bekommen, Information, Befähigung und Beteiligung nicht realistisch und wirklich alltagstauglich zugrunde gelegt werden, bleibe manches “politische Rhetorik” und Theorie, so die DGbV-Experten.

Weatherly kritisiert: “Der Gesetzgeber geht beispielsweise darüber hinweg, dass die Versicherten und Patienten zur Erlangung von “Mündigkeit” und “Beteiligung” sowie bei der Verfolgung ihrer Rechte neben Informationen auch Hilfen, Unterstützung und Anleitung benötigen, z.B. durch “Kümmerer” oder “Coaches”. Schließlich wird der “mündige Patient” in der Gesetzesbegründung als wichtiges Ziel erwähnt.”

Auch wenn es nicht der große Wurf sei, so gäbe es an dem Gesetz dennoch einige positive Aspekte. Diese fänden sich zum Beispiel in der Erweiterung der Patientenrechte bei Genehmigungsverfahren, bei Schadenersatzansprüchen sowie in der befristeten Rücktrittsmöglichkeit von der Teilnahme an Selektivverträgen. Zu begrüßen sei auch die Mitberatungsmöglichkeit von Patientenvertretern in Landesgremien nach § 90 a und die Möglichkeit zur Stellungnahme bei der Bedarfsplanung.

Eine praxisrelevante Frage bleibt unbeantwortet: Warum gibt es kein Patientenrecht auf Förderung von Patientenkompetenz, etwa durch Gesundheitsbildung und Coaching?

“Die Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. (DGbV) begleitet und entwickelt Konzepte für Verbesserungen des Versorgungsmanagements im deutschen Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der Komplexität des gesamten Systems und der wichtigen Rolle der Bürger, also der Versicherten und Patienten. Die DGbV ist unabhängig, fachübergreifend und gemeinnützig.”

Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V.

DGbV e.V.

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