Pressestimmen2018-01-13T15:06:12+00:00

Pressestimmen

Neujustierung des deutschen Gesundheitswesens gefordert

Experten wünschen für Patienten mehr Souveränität und Information

BERLIN 16.10.2013. In den kommenden zehn Jahren wird die aktive und mitverantwortliche Einbindung der Bürger in die Gesundheitsversorgung zu einer tragenden Säule entwickeln. Das sollte auch die neue Bundesregierung berücksichtigen. Darauf wies der Präsident der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement, DGbV e.V., Dr. John N. Weatherly, heute in Berlin hin. Gründe dafür seien die absehbare Zunahme chronischer verhaltens- und verhältnis¬abhängiger Volkskrankheiten, eine zu erwartende demografisch bedingte Verknappung der Ressourcen (personell und finanziell) sowie der Wunsch vieler Versicherter und Patienten nach mehr Souveränität und Information.

Die Entwicklung zu einem insofern mehr bürgerorientierten und von Beitragszahlern mitgetragenen Gesundheitswesen biete die Chance, weiterhin individuelle und kollektive Gesundheitsziele auf einem hohen Versorgungsniveau zu erreichen und finanzieren zu können. Erforderlich sei dazu neben der konsequenten Ausrichtung der Infrastruktur am Bedarf und den Bedürfnissen der Bürger eine Veränderung der Sichtweisen aller Beteiligten im Sinne einer bürgerorientierten Haltung. Die Beitragszahler der Krankenkassen sollten darüber hinaus in ihrem Recht unterstützt werden, über grundlegende Tatsachen zur Erhaltung ihrer Gesundheit oder über ihre Krankheit informiert zu werden um damit zum eigenverantwortlichen gesundheitlichen Handeln und zur Beteiligung an sie betreffenden Entscheidungen auf allen Systemebenen befähigt zu werden.

Im Sinne dieser Ziele fordere die DGbV deshalb

1. Einführung des Unterrichtsfaches Gesundheitskunde in den Schulen
2. Vergabe von öffentlichen Fördermitteln nur an bürgerorientierte Gesundheitsprojekte
3. Recht der Bürger auf valide Gesundheitsinformationen
4. Recht auf Förderung der Gesundheitskompetenz für chronisch Kranke
5. Schulung der Gesundheitsberufe in Bürgerorientierung

siehe auch – 5 Forderungen

Ein Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen ist in der neuen Legislaturperiode unabdingbar, betonte Dr. John N. Weatherly.

Gesundheitspolitisches Tauziehen gefährdet innovativen Präventionsansatz

Ausgaben und Produktionsausfälle von bis zu 75 Mrd. Euro könnten vermieden werden.

Berlin, 12.9.2013 Die bisherigen jahrelangen Anläufe zu einem Präventionsgesetz sind ein gesundheitspolitisches Trauerspiel. Scheitert das Gesetz im Bundesrat, auf das man seit rund zehn Jahren angesichts der zunehmenden Zahl chronischer und verhaltensabhängiger Krankheiten vergeblich wartet, würde damit auch die darin formulierte und dringend notwendige “Förderung der gesundheitlichen Eigenkompetenz und Eigenverantwortung der Versicherten” dem Ränkespiel der Parteien zum Opfer fallen.

Ein solcher gesetzlicher Anspruch auf Förderung von Patientenkompetenz wird schon seit Jahren von der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. (DGbV), Berlin, gefordert, so Dr. med. Klaus Meyer-Lutterloh, Vizepräsident der Gesellschaft. Nicht alle Versicherten und Patienten können ohne Hilfestellung wie zum Beispiel Coaching dem Anspruch des bestehenden Gesetzes gerecht werden. Mitverantwortung für ihre Gesundheit durch entsprechende Lebensführung, Mitwirkung an Vorsorge, Krankenbehandlung und Rehabilitation übernimmt nur ein Teil der Patienten. Rund die Hälfte der chronisch Kranken verhält sich zurzeit nicht therapiegerecht.

Die Förderung der Therapietreue von Patienten mit chronischen Erkrankungen würde helfen, die Ausgaben und Produktionsausfälle in Höhe von insgesamt 38 bis 75 Milliarden Euro in Deutschland pro Jahr zu vermeiden.

Für die Wirtschaft ließen sich mit einer optimierten Therapiebegleitung der Patienten bis zu 20 Milliarden Euro unnötige Kosten einsparen, wie eine 2012 von Booz und Bertelsmann veröffentlichte Studie belegt.

Gleichwohl tragen die Regelungen zur Prävention und Gesundheitsförderung im vorliegenden Gesetzentwurf wegen der Beschränkung auf die gesetzliche Krankenversicherung der Komplexität des Themas als gesamtgesellschaftliche Aufgabe keinesfalls ausreichend Rechnung, räumte Meyer-Lutterloh ein. Um diesem Aspekt gerecht zu werden, bedarf das Gesetz dringend einer intensiven Überarbeitung.

Als völlig widersinnig bezeichnete Meyer-Lutterloh zudem die nachträgliche Verquickung des Präventionsgesetzes mit Antikorruptionsparagraphen. Damit würde der ursprüngliche Zweck des Gesetzes verwässert, Etikettenschwindel betrieben und ein Scheitern provoziert.

“Die Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. (DGbV) begleitet und entwickelt Konzepte für Verbesserungen des Versorgungsmanagements im deutschen Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der Komplexität des gesamten Systems und der wichtigen Rolle der Bürger, also der Versicherten und Patienten. Die DGbV ist unabhängig, fachübergreifend und gemeinnützig.”

Patientencoaching als EBM-Leistung kann Patientensicherheit gefährden

Berlin, 18. März 2013. Befremdet zeigte sich der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. (DGbV), Dr. Klaus Meyer-Lutterloh, über einen über die Presse bekannt gewordenen Vorschlag aus den Reihen des Bundesverbandes Managed Care (BMC), Patientencoaching mit EBM-Ziffern zu vergüten.

Ein solcher Vorschlag wird dem hohen Qualitätsanspruch, der an die Methode des Patientencoaching gestellt werden muss, nicht gerecht. Es handelt sich dabei um eine immer noch unterschätzte Leistung mit erheblichem Potenzial zur Effizienzsteigerung im Behandlungsmanagement.

Mit ein wenig Fantasie komme man schnell zu dem Ergebnis, welche Begehrlichkeiten eine solche kleine “EBM-Lösung” hervorrufen würde. Denn so viele qualifizierte Patientencoaches, wie nötig wären, gäbe es noch gar nicht. Zu befürchten wäre dann nämlich ein plötzliches Heer von “Patientencoaches light”, die in Schnellkursen unzureichend “ausgebildet” würden, schrieb Dr. Meyer-Lutterloh dem BMC als dessen Ehrenvorsitzender ins Stammbuch.

Ein Versuch, Patientencoaching mit EBM-Häppchen abspeisen zu wollen, würde den Todesstoß für ein qualitätsgesichertes Patientencoaching bedeuten. Die Folgen für Patienten und auch Krankenkassen – vorausgesetzt, sie würden sich auf ein solches Verfahren überhaupt einlassen – wären verheerend. Denn die erwarteten medizinischen wie auch ökonomischen Ergebnisse würden aller Wahrscheinlichkeit nach ausbleiben. Und die Patientensicherheit bliebe auf der Strecke.

“Die Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. (DGbV) begleitet und entwickelt Konzepte für Verbesserungen des Versorgungsmanagements im deutschen Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der Komplexität des gesamten Systems und der wichtigen Rolle der Bürger, also der Versicherten und Patienten. Die DGbV ist unabhängig, fachübergreifend und gemeinnützig.”

Exklusiv-Ausschreibungen von Grippeimpfstoffen können Risiko darstellen

Berlin, 21.03.2013 Exklusiv-Ausschreibungen von Grippeimpfstoffen durch Krankenkassen für gesetzlich Versicherte lassen Zweifel an der Sinnhaftigkeit solcher Verträge aufkommen, wenn Aspekte einer bürger- und versichertengerechten Versorgungsqualität dabei gegenüber monetären Aspekten in den Hintergrund treten, so Dr. Klaus Meyer-Lutterloh von der DGbV e.V. heute in Berlin.

Ärzte und Apothekerverbände berichteten über Lieferengpässe in der Grippesaison 2012/2013 als Folge von solchen Exklusivverträgen. Die Impfraten gingen beispielsweise in Schleswig-Holstein um ein Viertel zurück. In Bayern erkrankten doppelt so viele Menschen an Influenza wie im benachbarten Baden-Württemberg, wo es keine Ausschreibungen gegeben hat.

Verunsicherung von Ärzten, Apothekern und Patienten seien keine guten Voraussetzungen für die Erreichung von Impfzielen. Die Vertragspartner derartiger Ausschreibungen sollten die Mahnungen medizinischer Experten ernst nehmen und einseitige Entscheidungen für bestimmte Grippe-Impfstoffe aus rein finanziellen Gründen vermeiden. Die Devise müsse sein, nicht an Impfungen zu sparen, sondern durch Impfungen Krankheitsfälle und unnötige Kosten zu vermeiden.

Wirksamkeit und Patientensicherheit – das heißt gelebte konsequente Bürger- und Patientenorientierung – müssen Vorrang vor zu kurz gedachter Kostendämpfung haben. Dieser Grundsatz gehöre zu den Grundüberzeugungen der DGbV e.V.

Patientenrechtegesetz ohne Förderung von Patientenkompetenz

Vieles bleibt blanke Rhetorik

Berlin, 6. Dezember 2012. Ernüchtert zeigte sich die Deutschen Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement (DGbV) über das kürzlich vom Bundestag abgesegnete Patientenrechtegesetz. Es sei erstaunlich, dass die Bundesregierung nahezu zwei Jahre gebraucht hat, um die bisher verstreuten Regelungen zu Patientenrechten an einem zusammenhängenden Platz im Bürgerlichen Gesetzbuch unterzubringen und dabei einige Neuerungen im BGB und im Sozialgesetzbuch V einzuführen. Dass jetzt einzelne Ansprüche klarer definiert wurden, sei nur recht und billig. Unklar und auslegungsbedürftig bliebe dennoch beispielsweise die Grenze zwischen “einfachen” und “groben” Behandlungsfehlern. “Ob und wie durch das Gesetz die Versorgungsqualität und die Arzt-Patientenbeziehung verbessert werden, ist keinesfalls sicher. Insofern ist das Patientenrechtegesetz deutlich hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben”, so der DGbV-Präsident John Weatherly.

Es fehle dem Gesetz ein Fundament aus eindeutigen, nachvollziehbaren und praxisbezogenen Grundsätzen. Solange die Zusammenhänge zwischen Recht haben, Recht bekommen, Information, Befähigung und Beteiligung nicht realistisch und wirklich alltagstauglich zugrunde gelegt werden, bleibe manches “politische Rhetorik” und Theorie, so die DGbV-Experten.

Weatherly kritisiert: “Der Gesetzgeber geht beispielsweise darüber hinweg, dass die Versicherten und Patienten zur Erlangung von “Mündigkeit” und “Beteiligung” sowie bei der Verfolgung ihrer Rechte neben Informationen auch Hilfen, Unterstützung und Anleitung benötigen, z.B. durch “Kümmerer” oder “Coaches”. Schließlich wird der “mündige Patient” in der Gesetzesbegründung als wichtiges Ziel erwähnt.”

Auch wenn es nicht der große Wurf sei, so gäbe es an dem Gesetz dennoch einige positive Aspekte. Diese fänden sich zum Beispiel in der Erweiterung der Patientenrechte bei Genehmigungsverfahren, bei Schadenersatzansprüchen sowie in der befristeten Rücktrittsmöglichkeit von der Teilnahme an Selektivverträgen. Zu begrüßen sei auch die Mitberatungsmöglichkeit von Patientenvertretern in Landesgremien nach § 90 a und die Möglichkeit zur Stellungnahme bei der Bedarfsplanung.

Eine praxisrelevante Frage bleibt unbeantwortet: Warum gibt es kein Patientenrecht auf Förderung von Patientenkompetenz, etwa durch Gesundheitsbildung und Coaching?

“Die Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. (DGbV) begleitet und entwickelt Konzepte für Verbesserungen des Versorgungsmanagements im deutschen Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der Komplexität des gesamten Systems und der wichtigen Rolle der Bürger, also der Versicherten und Patienten. Die DGbV ist unabhängig, fachübergreifend und gemeinnützig.”

Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V.

DGbV e.V.