5‐Forderungen2018-01-13T15:44:13+00:00

5-Forderungen

Fünf Forderungen der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement (DGbV) für eine Neujustierung des deutschen Gesundheitswesens

Prognose
In den kommenden zehn Jahren wird sich die aktive und mitverantwortliche Einbindung der Bürger zu einer tragenden Säule des gesundheitlichen Versorgungsmanagements entwickeln. Gründe dafür sind die Zunahme chronischer verhaltens- und verhältnisabhängiger Volkskrankheiten, eine zu erwartende demografisch bedingte Verknappung der Ressourcen (personell und finanziell) sowie der Wunsch vieler Versicherter und Patienten nach mehr Souveränität und Information.
Die Entwicklung zu einem insofern mehr bürgerorientierten und von Bürgern mitgetragenen Gesundheitswesen bietet die Chance, weiterhin individuelle und kollektive Gesundheitsziele auf einem hohen Versorgungsniveau zu erreichen und finanzieren zu können. Erforderlich sind dazu neben der konsequenten Ausrichtung der Infrastruktur am Bedarf und den Bedürfnissen der Bürger eine Veränderung der Sichtweisen aller Beteiligten im Sinne einer bürgerorientierten Haltung, die Förderung der Gesundheitskompetenz der Bürger, deren Befähigung zum eigenverantwortlichen gesundheitlichen Handeln sowie ihre Beteiligung an sie betreffenden Entscheidungen auf allen Systemebenen.

Forderungen
In diesem Sinne fordert die Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement (DGbV) verbindlich für alle Bürger und unabhängig von der Art der Versicherung:

Das Unterrichtsfach „Gesundheitskunde“ muss vom ersten Schuljahr an in die Lehrpläne aufgenommen werden, zum Beispiel auch als regelmäßiger Bestandteil des Faches Biologie, wie dies beispielsweise in Baden-Württemberg bereits der Fall ist.

Öffentliche Mittel dürfen nur an solche Gesundheitsprojekte fließen, in welchen Bürgerorientierung verankert ist.

Mit Bürgerorientierung ist gemeint: …

  • eine an den Bedürfnissen der Bürger orientierte Haltung der Akteure,
  • die Förderung der Gesundheitskompetenz der Bürger und ihrer Befähigung zum eigenverantwortlichen gesundheitlichen Handeln,
  • sowie die Beteiligung von Bürgern an Entscheidungen auf allen Systemebenen.

Die Bürger sollen in ihrem Recht unterstützt werden, über grundlegende Tatsachen zur Erhaltung ihrer Gesundheit oder über ihre Krankheit informiert zu werden, damit sie informierte Entscheidungen über ihre Gesundheit auf der Grundlage der besten verfügbaren Evidenz treffen können.

Gesetzlich muss allen Bürgern mit chronischen Erkrankungen das Recht auf umfassende Information und ein qualifiziertes Verhaltenstraining eingeräumt werden. Die Diagnostik und Therapie akuter und notfallbedingter medizinischer Ereignisse bleibt davon unberührt.

Die Angehörigen der Gesundheitsberufe sollen systematisch in Bürgerorientierung geschult werden. Die DGbV entwickelt dazu einen Vorschlag für einen Schulungstag („DGbV Führerschein zur Bürgerorientierung“).